Für Führungskräfte

Arbeitsrecht für Führungskräfte, Geschäftsführer und Vorstände

Seit über 20 Jahren berate und vertrete ich Mandanten als Rechtsanwalt. Zugleich kenne ich arbeitsrechtliche Entscheidungen aus eigener Verantwortung als Geschäftsführer, General Counsel und COO.

Gerade bei Trennungen von Führungskräften ist diese Doppelperspektive wertvoll. Ich kenne nicht nur die rechtlichen Fragen, sondern auch die Entscheidungsprozesse auf Unternehmensseite und weiß, worauf es bei der Verhandlung über Aufhebungsvertrag, Abfindung, Freistellung, Bonus, Wettbewerbsverbot und die weiteren Bedingungen einer Trennung ankommt.

Ich berate Sie als Anwalt für Arbeitsrecht und engagierter Verhandlungspartner, praxisnah, mit klarem Ziel und Strategie.

Wir melden uns in der Regel noch am selben Werktag. Ihre Anfrage wird vertraulich behandelt.

Jörg F. Remien, Rechtsanwalt

„Seit über zwanzig Jahren begleite ich Trennungen von Führungskräften als Anwalt. Als Geschäftsführer, General Counsel und COO habe ich sie auch selbst verantwortet. Ich weiß deshalb, wie auf der anderen Seite »gerechnet« wird und wo eine Verhandlung tatsächlich möglich ist.“

Unterschrift Jörg F. Remien

Trennung auf Führungsebene

Auf Führungsebene entscheidet nicht allein die Wirksamkeit einer Kündigung, sondern Status, Abberufung, Trennungsvereinbarung und die richtige Verhandlungsposition.

Leitender Angestellter oder Organmitglied?

Die wichtigste Weichenstellung. Leitende Angestellte bleiben Arbeitnehmer, aber der Arbeitgeber kann das Arbeitsverhältnis nach § 14 Abs. 2 KSchG ohne Begründung auflösen lassen. Aus Bestandsschutz wird damit eine Abfindungsfrage. Für Geschäftsführer und Vorstände gelten dagegen regelmäßig nicht die Schutzmechanismen eines normalen Arbeitsverhältnisses. Im Mittelpunkt stehen Organstellung und Dienstvertrag; Streitigkeiten über den Dienstvertrag gehören grundsätzlich vor die ordentlichen Gerichte.

Abberufung und Koppelungsklausel

Abberufung und Dienstvertrag sind zwei Paar Schuhe. Die Abberufung beendet den Vertrag nur, wenn er beides koppelt, und ob diese Klausel trägt, ist meist der eigentliche Streitwert. Zu klären sind Frist, Vergütung, Dienstwagen und laufender Bonus bis Vertragsende. Bei fristloser Kündigung gilt auch hier die Zwei-Wochen-Frist des § 626 Abs. 2 BGB. Sie wird häufiger versäumt, als man denkt.

Ausführlich: Trennung von Geschäftsführern und Vorständen

Aufhebungsvertrag und Abfindung

Der Betrag ist der kleinere Teil. Verhandelt wird ein Paket:

  • Freistellung und Löschung im Handelsregister
  • Entlastung und D&O-Deckung für die Vergangenheit
  • Sprachregelung gegenüber Markt und Belegschaft
  • Zeugnis, Beteiligungen, Wettbewerbsverbot

Jeder Punkt hat einen Preis. Wer sie einzeln verhandelt statt als Paket, verschenkt Verhandlungsmasse.

Aufhebungsvertrag oder Abberufung auf dem Tisch? Rufen Sie an: +49 89 444 549 56

Vertrag und Vergütung

Dienstvertrag, Bonus-Systeme und Wettbewerbsverbote werden auf Führungsebene anders verhandelt und anders gerichtlich beurteilt als im normalen Arbeitsverhältnis.

Dienstvertrag und Vorstandsvertrag prüfen

Am besten vor der Unterschrift, nicht erst bei der Trennung:

  • Laufzeit, Verlängerung, Kündigungsregelungen
  • Ressortzuschnitt und Weisungsrechte
  • Change-of-Control- und Abfindungsklauseln
  • Freistellungsansprüche

Bei der Aktiengesellschaft kommen § 84 AktG und die Herabsetzung der Bezüge nach § 87 Abs. 2 AktG hinzu.

Bonus, LTI und Beteiligungsprogramme

Der häufigste Streitpunkt auf dieser Ebene und der mit den höchsten Beträgen. Fehlende oder verspätete Zielvereinbarungen, Ermessens- und Stichtagsklauseln, Bad-Leaver-Regelungen bei Optionen und virtuellen Beteiligungen: Vieles davon hält einer Prüfung nicht stand. Aber nur, wenn man rechtzeitig prüft. Ausschlussfristen laufen auch hier.

Ausführlich: Bonus, Zielvereinbarung und Beteiligungsprogramme

Nachvertragliches Wettbewerbsverbot

Beim Angestellten gelten die §§ 74 ff. HGB mit zwingender Karenzentschädigung, beim GmbH-Geschäftsführer nicht unmittelbar. Dort entscheiden § 138 BGB und Art. 12 GG, die zeitliche Grenze liegt regelmäßig bei zwei Jahren, eine Entschädigung ist nicht zwingend. Ob Ihr Wettbewerbsverbot die nächste Position blockiert oder sich ablösen lässt, klärt sich in der Verhandlung, nicht im Prozess.

Vertrag vor der Unterschrift prüfen lassen

Haftung, Compliance und internationale Strukturen

Organhaftung, Compliance-Vorwürfe und grenzüberschreitende Vertragswerke erfordern anwaltliche Begleitung, die die Führungsperspektive kennt.

D&O-Deckung, Entlastung und Freistellung

Die Verantwortung für Ihre Amtszeit endet nicht mit dem Ausscheiden. Geschäftsführer haften nach § 43 GmbHG, Vorstände nach § 93 AktG, dort mit Beweislastumkehr. D&O-Policen sind claims-made: Es zählt, wann gemeldet wird, nicht wann der Fehler passiert ist. Nachmeldefrist, Fortführung der Deckung und eine ausdrückliche Freistellung gehören deshalb in den Aufhebungsvertrag. Die Entlastung nach § 46 Nr. 5 GmbHG ist kein Formalakt, sondern ein Verzicht.

Compliance-Vorwürfe und interne Untersuchungen

Trennungen auf Führungsebene werden häufig mit Vorwürfen unterlegt, die eine fristlose Kündigung tragen sollen. Interne Untersuchungen, Befragungen durch externe Kanzleien, Auswertung Ihrer dienstlichen Kommunikation: Wer ohne eigenen Anwalt aussagt, liefert das Material für die spätere Auseinandersetzung selbst.

Internationale Konzernstrukturen

Matrixberichtslinien, Doppelmandate, eine ausländische Muttergesellschaft, die tatsächlich entscheidet, englische Verträge mit Rechtswahl und Gerichtsstand: Oft ist nicht einmal klar, wer Ihr Vertragspartner ist und wer wirksam kündigen kann. Als General Counsel japanischer Konzerne und als Geschäftsführer international geführter Unternehmen kenne ich diese Strukturen von innen.

Zur Person

Ein Anwalt, der die Führungsetage nicht nur berät, sondern in ihr gearbeitet hat.

Ich habe als Geschäftsführer und Führungskraft gearbeitet, unter anderem bei Unique/USG Professionals in den Niederlanden, bei All4Labels in Deutschland, bei OpSec Security in den USA und im Vereinigten Königreich sowie bei der feno GmbH in München. Als General Counsel und Syndikusanwalt der NEC Corporation und der NTT Communications Corporation in Japan war ich auf der anderen Seite des Tisches, wenn es um Trennungen auf Führungsebene ging.

Rechtsanwalt bin ich seit 2005; die Kanzlei Bronhofer & Partner habe ich mitgegründet und war bis 2024 Partner. Studiert habe ich in Greifswald, Padua und Berlin, nach Stationen in Dallas und London, das Referendariat absolvierte ich am Landgericht München.

Mehr zur Kanzlei

So geht es weiter

  1. Sie rufen an oder schreiben kurz, worum es geht.
  2. Wir sprechen vertraulich und unverbindlich mit Ihnen. Sie erfahren, wo Sie stehen und welche Optionen realistisch bestehen, rechtlich, wirtschaftlich und strategisch.
  3. Wenn es passt, legen wir das weitere Vorgehen und die Kosten fest und werden für Sie tätig, offen oder diskret im Hintergrund.

Häufige Fragen von Führungskräften

Die Fragen, die Führungskräfte, Geschäftsführer und Vorstände uns am häufigsten stellen. Jede Antwort nennt die Normen und verweist auf die Seite mit den Details.

Vor der Unterschrift lohnt der Blick auf das gesamte Trennungspaket, nicht nur auf die Abfindung. Für Führungskräfte gehören dazu Bonus und Beteiligungen für das laufende Jahr, die Freistellung samt der Frage, ob anderweitiger Verdienst angerechnet wird, Dienstwagen und Nebenleistungen, das Zeugnis, die Freistellung von Haftungsansprüchen und die Frage, wie der Abschied nach innen und außen kommuniziert wird. Als leitender Angestellter gilt außerdem: Sperrzeit beim Arbeitslosengeld mitbedenken. Mehr zum Aufhebungsvertrag.

Ja, das Kündigungsschutzgesetz gilt auch für Sie, mit einer Ausnahme von Gewicht: Bei leitenden Angestellten im Sinne des § 14 Abs. 2 KSchG, also Führungskräften mit tatsächlicher Befugnis, selbstständig einzustellen oder zu entlassen, kann der Arbeitgeber die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne Begründung beantragen; das Gericht setzt dann eine Abfindung fest (§§ 9, 10 KSchG). Ob Sie leitender Angestellter sind, richtet sich nach den tatsächlichen Befugnissen, nicht nach der Bezeichnung im Vertrag. Mehr zu leitenden Angestellten.

Das entscheidet der Vertrags- und Programmwortlaut. Zu prüfen sind Zielvereinbarung, Stichtags- und Bindungsklauseln, Freiwilligkeits- und Widerrufsvorbehalte sowie Ermessensklauseln. Bonus, der vor dem Ausscheiden erdient wurde, verfällt nicht ohne Weiteres; ungevestete Anteile aus STI und LTI sind angreifbarer. Mehr zu Bonus, Zielvereinbarung und Beteiligungen.

Die Abberufung aus dem Amt und der Anstellungsvertrag sind zweierlei. Der Gesellschafterbeschluss beendet das Organamt (§ 38 Abs. 1 GmbHG), nicht automatisch den Anstellungsvertrag. Die Vergütung läuft fort, bis der Dienstvertrag wirksam gekündigt oder aufgelöst ist; oft greift eine Koppelungsklausel, deren Wirksamkeit zu prüfen ist. Zuständig sind nicht die Arbeitsgerichte, sondern die ordentlichen Gerichte (§ 5 Abs. 1 Satz 3 ArbGG). Mehr zur Trennung von Geschäftsführern und Vorständen.

Für Arbeitnehmer und leitende Angestellte gilt: Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot ist nur verbindlich, wenn eine Karenzentschädigung von mindestens der Hälfte der bisherigen Bezüge zugesagt ist (§ 74 Abs. 2 HGB), und es darf höchstens zwei Jahre dauern (§ 74a Abs. 1 Satz 3 HGB). Für Geschäftsführer und Vorstände gelten die §§ 74 ff. HGB nicht unmittelbar; hier entscheidet der Vertrag. Das Verbot bindet grundsätzlich Sie als Führungskraft: zu prüfen ist, ob es Ihre Tätigkeit für den nächsten Arbeitgeber räumlich, gegenständlich und zeitlich überhaupt wirksam erfasst. Mehr zum nachvertraglichen Wettbewerbsverbot.

Pauschal bejaht werden kann das nicht. Eine Freistellung setzt eine tragfähige Grundlage voraus: eine Vereinbarung, eine wirksame Vertragsklausel oder überwiegende Arbeitgeberinteressen im Einzelfall. Liegt sie vor, läuft die Vergütung grundsätzlich weiter (§ 615 BGB); zu prüfen sind die Details, etwa Anrechnung anderweitigen Verdiensts, Beteiligungs- und Nebentätigkeitsverbote sowie Dienstwagen und Nebenleistungen. Genau diese Differenzierung bestätigt das Bundesarbeitsgericht im Urteil vom 25.03.2026 – 5 AZR 108/25: Vorformulierte, uneingeschränkte Freistellungsklauseln nach Kündigungsausspruch sind unwirksam. Mehr zur Freistellung bei Führungskräften.

Das entscheidet die Verfallklausel des Programms. Das Bundesarbeitsgericht hat zu gevesteten virtuellen Optionen (VSOP) eines Arbeitnehmers entschieden, dass bereits erdiente Optionen Entgeltcharakter haben und ihr vollständiger Verfall bei Eigenkündigung regelmäßig unwirksam ist (§ 307 BGB, BAG, Urteil vom 19.03.2025 – 10 AZR 67/24). Das Urteil betraf virtuelle Optionen im Arbeitsverhältnis; für echte Aktienoptionen und für Beteiligungsprogramme von Geschäftsführern und Vorständen lässt es sich nicht unterschiedslos übertragen, hier entscheidet der Vertrags- und Programmwortlaut. Ungevestete Optionen sind ohnehin angreifbarer. Mehr zu Aktienoptionen und VSOP.

Weitere Themen: Aufhebungsvertrag prüfen lassen · Abfindung nach Kündigung · Kosten und Rechtsschutzversicherung

Arbeitsrecht für Arbeitnehmer

Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: September 2026.

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Stand: November 2026. Die Bewertungen veröffentlicht Google.

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